Lagebesprechung bei einer 24-Stundenübung

Eisregeln

Winterliche Gewässer bergen besondere Gefahren

In der Regel braucht es viele kalte Tage und Nächte, bis man auf unseren Badeseen sicher spazieren und Schlittschuh laufen kann. Besonders tückisch sind die Gefahren, wenn das erste Mal die Seen zufrieren, und wenn sie wieder zu tauen beginnen. Wer sich aus Leichtsinn aufs Eis wagt, bringt sich selbst in Lebensgefahr.

Wassertemperaturen von nur wenigen Grad führen binnen kurzer Zeit zu starker Unterkühlung. Schnell ist es unmöglich, die nötige Kraft für die Selbstrettung aufzubringen. Ist beim Einbrechen ins Eis nicht bald Hilfe zur Stelle, kann die Unterkühlung zur Zentralisation des Kreislaufs führen. Aktive Kraftanstrengung ist so nicht mehr möglich, und es kann zu dauerhaften Schäden durch Erfrierungen an Armen und Beinen kommen. Geht noch mehr Wärme verloren, verliert der Verunfallte das Bewusstsein. Die Folge: Tod durch Kreislaufversagen oder Ertrinken.

Für eine einzelne Person sollten mindestens 10 Zentimeter reines Eis unter den Füßen sein. Zusammengepresster Schnee zählt nicht dazu, er trägt nicht zur Festigkeit der Eisdecke bei. Sind mehrere Menschen gleichzeitig auf dem Eis, sollten es 15 bis 20 Zentimeter sein. Vorsicht ist trotzdem angebracht. Besonders Zuflüsse und Strömungen, Unterwasserpflanzen oder frühere Einbruchlöcher sind versteckte Gefahrenquellen. Sie lassen Eisdicke selbst bei kleinen Weihern sehr stark schwanken.

Die meisten Kinder lernen schon in der Grundschule die Baderegeln. Um Unfälle auf dem Eis zu vermeiden, hat die BRK-Wasserwacht ähnliche Verhaltensregeln für den Winter aufgestellt. Leichtsinn und Übermut bergen die größte Gefahr, aber wer die Eisregeln einhält, braucht sich vor winterlichen Gewässern nicht zu fürchten.

10 Regeln für sicheren Wintersport und Spaziergänge auf dem Eis

  • Betrete das Eis erst, wenn es dick genug ist.
  • Bedenke, dass die Eisstärke auf einem Gewässer stark schwanken kann.
  • Achte auf Warnhinweise und befolge sie.
  • Rufe bei Gefahr laut um Hilfe.
  • Mache aus Spaß keine Löcher ins Eis.
  • Beachte Markierungen auf dem Eis.
  • Verlasse das Eis, wenn es knistert und knackt.
  • Lege dich bei Einbruchgefahr flach aufs Eis.
  • Nähere dich einem Eingebrochenen auf bzw. mit einem Gegenstand um dein Gewicht auf dem Eis zu verteilen.
  • Reiche einem Eingebrochenen niemals die Hand - nimm einen Gegenstand.

Eisrettung - eine weitere Aufgabe der BRK-Wasserwacht

Zögern Sie nicht, den Notruf 112 zu wählen, wenn es doch zu einem Unfall auf dem Eis kommen sollte. Die Helfer von der BRK-Wasserwacht werden dann von der Integrierten Leitstelle Donau-Iller alarmiert und rücken mit spezieller Ausrüstung für die Eisrettung aus. Hierzu gehören ein Eis­rettungs­schlitten, Kälte­schutz­anzüge, Wild­wasser­westen, Wasser­retter-Helme und Sicherungs­leinen. Gleichzeitig mit den "Schnell­einsatz­gruppen Wasser­rettung" wird die "Hubschrauberunterstützte Wasserrettung" alarmiert, sodass eine Einbruchstelle auch aus der Luft untersucht und gegebenenfalls angeflogen werden kann.

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