Reinhard-Berger-Tauchpokal des Bezirksverbands Schwaben in Sinningen

Zeltlager Abenteuer Siedeln 2016

Die Welt der Siedler – reichhaltig, dynamisch und vielfältig. Es ist eine Welt von großen Inseln, dichten Wäldern, fruchtbaren Feldern, Wüsten, Bergen und Fjörden. Eine Welt voll Geschichten und vielen Erzählungen. Eine Welt mit verschiedenartigen Völkern, die ihre eigenen Ziele verfolgen...

 

Das ist Abenteuer Siedeln im Jahr 2016. Ein Großzeltlager des BRK im Bezirksverband Schwaben, bei dem rund 500 Kinder und Jugendliche der Wasserwacht und des Jugendrotkreuzes eine Woche lang Spaß haben. Mit dabei war auch eine Gruppe der BRK-Wasserwacht Senden.

 

Neben dem gemeinsamen Freizeiterlebnis dominiert auch ein politisches Bildungskonzept die Veranstaltung, in dem jeweils Themenschwerpunkt steht und damit die Rahmenhandlung für das gesamte Siedlerleben vorgibt. In diesem Jahr stand Thema „Grenzenlosigkeit“ im Mittelpunkt. Täglich berichten die Medien über Unglücksfälle, Krieg, Flüchtlingsdramen und humanitäre Katastrophen. Ein einzelner kann hier nur sehr wenig bewegen, es müssen alle an einem Strang ziehen. Auch die Ländergrenzen sollten dabei keine Rolle spielen. Um diese Gedanken den Kindern und Jugendlichen näher zu bringen, wurde das Thema auf vielfältige Art und Weise ins Lagerleben eingeflochten.

 

Wie ein roter Faden zieht sich das lebensgroße Planspiel durch das Zeltlager, das nach dem Vorbild des Spiels „Siedler von Catan“ konzipiert wurde. Jeden Tag trafen sich die Teilnehmer dreimal am Spielfeld, um Straßen und Städte zu bauen und Rohstoffe für den Handel zu erwirtschaften. In jeder Spielrunde mussten möglichst viele Hilfsgüter in Form von Zeltstädten, Krankenstationen, Feldküchen und Seenotkreuzern errichtet werden, um in fiktiven Katastrophen die Not von Bedürftigen lindern zu können. Entsprechend wurde auch das „Helfometer“ des jeweiligen Landes gefüllt. Für das Gewinner-Land gab es eine ganze Menge „Dunants“, die eigens geprägte Lagerwährung von Abenteuer Siedeln.

 

In den fünf Tagen gab es eine „lebendige Bibliothek“ auf dem Platz. Hierzu waren Menschen eingeladen, die hautnah von ihren eigenen Erfahrungen mit dem Schwerpunktthema „Grenzenlosigkeit“ berichteten. Die Teilnehmer konnten so aus erster Hand erfahren, welchem Leid die Menschen in Krisengebieten ausgesetzt sind und die Beweggründe der Flucht besser verstehen. Von den ersten Erfahrungen der ankommenden Menschen in Deutschland erzählte Herr Geiger, Leiter einer Flüchtlingsunterkunft. Dabei werden sowohl die Dankbarkeit und Erleichterung der Menschen „angekommen zu sein“ erlebbar, aber auch die Angst und drohende Gewalt durch die Einwohner, die sich radikal gegen die Flüchtlingspolitik und Menschen auflehnen. Diese Erfahrungen werden durch einen Polizisten, einen Soldaten und eine Mitarbeiterin einer Justizvollzugsanstalt erweitert.

 

Natürlich sollte auch der Spaß nicht zu kurz kommen. So konnten die Kinder und Jugendlichen aus 25 verschiedenen Workshops wählen und zum Beispiel Luftballone knoten, Instrumente basteln, Seiltechniken fürs Bäume klettern lernen, die Arbeit der Rettungshundestaffel kennen lernen oder beim Bootcamp die eigenen körperlichen Grenzen überwinden. Besonders spannend war auch der lebendig gewordene Henry Dunant, Gründer des Roten Kreuzes, der sich mit den Kindern auf eine Schatzsuche nach den Spuren des Roten Kreuzes begab. Lagerfeuer, Lagerkino, eine schaurige Nachtwanderung und die große Lagerdisco haben den Zeltlagertagen einen spannenden und ereignisreichen Abschluss.

Das gesamte Zeltlager wurde in einer 23-köpfigen Projektgruppe von Ehrenamtlichen aus Wasserwacht und JRK geplant und umgesetzt (davon mehrere aus der BRK-Kreiswasserwacht Neu-Ulm). Während des Siedlerlebens wurden sie von ca. 50 Helfer und einem Wasserwacht-Küchenteam, bestehend aus ca. 30 Helfern, unterstützt. Insgesamt waren 504 Siedler aus allen Landkreisen des Bezirks Schwaben sowie aus den Gastgruppen aus Biberach und München dabei. Zeitweise nahmen mit allen Helfern, der Projektgruppe, dem Küchenteam, den lebendigen Büchern und den Gästen über 660 Personen am Lagerleben teil.

 

In zwei Jahren geht das Abenteuer Siedeln in die sechste Runde und wieder in der zweiten Woche der bayerischen Pfingstferien stattfinden: 29. Mai bis 2. Juni 2018. Und dann sind sicher auch die Kinder und Jugendlichen der BRK-Kreiswasserwacht Neu-Ulm wieder mit dabei.

 

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