Nachteinsatz zur Unterstützung des Rettungsdienstes bei einer 24-Stunden-Übung

Wildwater Rescue Challenge 2016

Bild zum Bericht Wildwater Rescue Challenge 2016

Die Wettervorhersage prognostizierte Minusgrade und

Schneefall in Wildalpen (in der Steiermark) für das Wochenende 23. bis 24.April

2016. Das hielt eine internationale Gruppe aus Ungarn, Tschechen, Österreichern

und Deutschen mit rund 30 Teilnehmern nicht davon ab, sich der Whitewater

Rescue Challenge zu stellen. Darunter befanden sich auch drei Instruktoren für

Fließwasserrettung der Wasserwacht.

Die Whitewater Rescue Challenge ist ein internationaler

Wettkampf, bei dem sich Rettungskräfte, Raft- und Kajak-Guides einer Reihe von

Wildwasserunfall-Situationen stellen müssen. In diesem Jahr fand der Wettkampf

zum 5. Mal statt. Von Jahr zu Jahr wurde der Teilnehmerkreis immer größer.

Die Wasserwacht-Unerschrockenen erreichten in der Nacht zum

Samstag den Campingplatz Wildalpen. Nach einer kurzen Nacht und einem schnellen

Frühstück begann der Morgen mit der allgemeinen Sicherheitsunterweisung und dem

Briefing für den Einzelwettbewerb. Mit Demodurchgängen veranschaulichten die

Schiedsrichter allen Teilnehmern den Aufgabenumfang, bestehend aus 13

Stationen.

Die ersten 2 Stationen waren mit Wurfsackzielwerfen und

Kajakbergung noch vom Land aus zu bewältigen, dann aber ging es ins Wasser.

Hier mussten Übungspuppen aus verschiedenen kritischen Situationen gerettet

werden. Dazu gehörten Flussüberquerungen, „Jumps“ und aktives

Wildwasserschwimmen. Als besondere Herausforderung stellte sich die schwimmende

Flussüberquerung mit einer „hilflosen“ Person heraus. Jeder Durchlauf musste

mit einem Mastwurf (einem Befestigungsknoten) abgeschlossen werden.

Die 24 Männer und 4 Frauen meisterten den Parcours zwischen

12 und 40 Minuten. Der olympische Gedanke „Dabei sein ist alles!“ brachte alle

ins Ziel, wenn auch ein Teilnehmer im Nachhinein disqualifiziert wurde. Die

Kombination von Zeit, Anzahl der Verunfallten und Unfallsituationen gab allen die Möglichkeit,

ihren aktuellen Stand der Ausrüstung, Rettungsstrategie und körperliche Fitness

auszuloten. Vor allem aber führte der intensive Austausch mit den anderen

Teilnehmern zu ganz neuen Erkenntnissen auch bei den Wasserwacht-Ausbildern.

Am nächsten Tag waren die Teamwettbewerbe angesagt. Jede

Gruppe aus drei Rettern musste noch einmal ihr technisches Wissen abrufen.

Gleichzeitig war besonders das Zusammenspiel im Team gefragt. Es galt auch, die

„Face-Down-Time“ zu reduzieren. Das ist die Zeit, in der die Übungspuppen mit

dem Gesicht unter Wasser liegen. Hier brauchte es einen klaren Blick auf die Prioritäten

im Rettungsablauf. Gemäß der Lehrmeinung >> Du - Team - Opfer -

Ausrüstung << wurden zuerst alle Opfer gerettet und dann die

Raftutensilien geborgen. Zum Schluss mussten nochmal alle Kraftreserven mobilisiert

werden: ein mit Steinen gefülltes Kajak musste die Böschung hinauf gezogen

werden.

Obwohl die Gruppe der Wasserwacht zum ersten Mal an der

Challenge teilnahm, erreichte sie einen 7. Platz von 10 Gruppen. Besonders

hervorgehoben werden muss, dass es die einzige Gruppe ohne Fehlerpunkte und

Strafzeiten war. An dieser Stelle möchten wir unserem Bundesausbilder Alexander

Schwarz und dem Rescue 3 Instructor Neil Newton Tailor danken, denn dieser

Erfolg ist auch das Resultat ihrer Ausbildung.

Da sich das Wetter weiterhin von seiner ungemütlichen Seite

zeigte, war nach dem Durchlauf erst einmal eine warme Dusche angesagt, um dann

gewärmt und in trockenen Kleidern an der Siegerehrung teilzunehmen. Nach einer herzlichen

Verabschiedungsrunde, vollgepackt mit neuen Erkenntnissen, Bekanntschaften und

super Eindrücken, machte sich das Team der Wasserwacht auf den langen Heimweg.

Sollte der Beitrag jetzt Lust gemacht haben, einmal selbst

an der WWRC teilzunehmen, würden wir uns freuen, im nächsten Jahr noch mehr

Wasserwachtler in Wildalpen treffen zu können.

Text: Matthias Benkert; Sven Hoffmann; Roland Berner

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