Nachteinsatz zur Unterstützung des Rettungsdienstes bei einer 24-Stunden-Übung

Ausbildung zum Fließwasserretter in Neu-Ulm

Bild zum Bericht Ausbildung zum Fließwasserretter in Neu-Ulm

Am Pfingstwochenende 2016 trafen sich sieben fertig

ausgebildete Wasserretter zum ersten Fließwasserretter-Lehrgang in der BRK-Kreiswasserwacht

Neu-Ulm.

Bevor es ins Wasser ging, stand Theorie auf dem Plan: Ausrüstung, Kommunikation,

Gewässerkunde, verschiedene Rettungsmethoden, Seiltechniken und Einsatztaktik

gehörten zu den Hauptthemen.

Frisch gestärkt und hochmotiviert machten die Wasserretter

sich auf den Weg an die Iller in Senden. Allerdings bot sich nicht das normale

Bild der Iller, ein Blick auf den Pegelstand am Wehr in Wiblingen gab

Aufschluss. Noch am 1. Mai hatte die Iller unter 3m, am Samstag den 14. Mai

waren es dann schon 3.8m und das sollte wegen des andauernden Regens noch nicht

der Höchststand des Wochenendes sein.

Da der Platz für die anstehenden Übungen auf der anderen

Seite der Iller lag, stand für die Gruppe zunächst eine Flussüberquerung an.

Selbstverständlich musste geschwommen werden. Jeder Teilnehmer war mit der

kompletten Schutzausrüstung ausgestattet – Neopren, Wildwasserweste, Helm,

Wasserretterschuhe usw. Erfolgreich auf württembergischer Seite angekommen

begann die Übungseinheit mit der Wurfsackrettung und der Sprungrettung. Die Teilnehmer

lernten die erhöhte Fließgeschwindigkeit besser einzuschätzen und so konnte

jeder an seinem Timing feilen.

Nach einer abendlichen Pause stand die Nacht(-such-)übung

auf dem Programm. Die Gruppe wurde mit folgendem Unfallereignis konfrontiert:

„Angler Schorschi ist nicht zum

Abendessen aufgetaucht, seine Frau fuhr zur bekannten Angelstelle am Illerkanal

in Illerzell, doch dort war dieser nicht zu finden. Eine weitere Sucheinheit

sucht den Bereich innerorts ab und die Fließwasserretter sind für den Flussarm

zuständig, welcher zur Iller führt.“

Da es um 20:30 Uhr schon dämmrig wurde, wurden Knicklichter

eingesetzt, um alle Einsatzkräfte bei Nacht zu kennzeichnen. Das Ufer am

Illerkanal ist ziemlich bewachsen, daher musste vom Wasser aus gesucht werden, und

der gesuchte Angler konnte nach geraumer Zeit gefunden werden. Nach einem

weiteren nächtlichen Wurfsacktraining war um 23 Uhr Schluss für den ersten Tag.

Am folgenden Tag schloss sich das Thema Seiltechnik an. Den

ganzen Vormittag ging es um die Sicherung mit Fixpunkten, Flaschenzugsysteme

und den Aufbau einer Tyrolienne. Diese Tyrolienne, eine Anordnung zum Transport

von einem Ufer zum anderen mit Hilfe einer Laufkatze, wurde schließlich auch im Wasser getestet.

Der letzte Lehrgangstag begann mit der schriftlichen

Prüfung. Wer bei Theorie und Praxis aufmerksam dabei war, der meisterte diese

mit Links. Danach ging es nochmals nach Vöhringen an die Iller um dort die Rettung

mit Hilfsmitteln und das Überqueren von Hindernissen in der Strömung zu üben.

Die Teilnehmer bedanken sich herzlich bei Roland Berner, der

diesen Lehrgang ganz spontan auf die Beine gestellt hat und mit Spaß und

Engagement viel über Fließwasserrettung und Strömung rübergebracht hat.

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